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Terminkalender

Bronnbacher Gespräche

20.02.2018 (19:30 - 21:00)

Kurs-Nr.: 20101
Dozent*in: Prof. Dr. Franz Fuchs
Ort: Kulturhaus Wertheim
Kosten: entgeltfrei

Vortragsreihe in Kooperation mit dem Staatsarchiv Bronnbach - Thema „Neue Forschungen“

Ein gelehrter Arzt am spätmittelalterlichen Hof der Grafen von Wertheim.

Johannes Lange von Wetzlar und sein neuentdeckter „Malleus Hussonis“

Der Vortrag handelt über einen merkwürdigen Mann, der zu Beginn des 15. Jahrhunderts als Leibarzt und Erzieher im Dienste der Grafen von Wertheim bezeugt ist und   ein umfangreiches literarisches Werk hinterlassen hat. Der aus Wetzlar stammende Johannes Lange ist erstmals im Jahre 1385 nachzuweisen; er studierte damals an   der Universität Prag die freien Künste und Medizin. Einige Jahre später wurde er Schulleiter in seiner Heimatstadt und trat anschließend als Leibarzt in den Dienst

der Grafen von Wertheim, wo er von 1410 bis 1419 mehrfach urkundlich belegt ist, 1420 wurde er vom Rat der Stadt Frankfurt am Main als geschworener Stadtarzt ver- pflichtet, 1427 hielt er sich in der Umgebung des Wormser Bischofs auf, dem er eine Dichtung über das Magnificat widmete.

Der Wertheimer Grafenfamilie hat er einen Pesttraktat, das Compendium de epidemia, gewidmet, dessen Titelblatt im Wertheimer Museum erhalten geblieben ist. Sein Hauptwerk, eine 1420 in lateinischen Hexametern abgefasste Streitschrift gegen den böhmischen Reformator Jan Huss und seine Anhänger, galt als verloren und wurde  erst kürzlich in einer Nürnberger Privatbibliothek wiederentdeckt. Dieser Text soll   etwas näher vorgestellt werden.

Prof. Dr. Franz Fuchs wurde mit einer Arbeit über die mittelalterliche Bibliothek des Augustinerchorherrenstifts St. Mang in Stadtamhof, Regensburg, promoviert und habilitierte sich mit einer Studie zu Hans Pirckheimer am Hofe Kaiser Friedrichs III. (1458/59). Er lehrte an den Universitäten Mannheim, Heidelberg und Regensburg, bevor er 2002 auf den Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte und Historische Hilfswissenschaften der Universität Würzburg berufen wurde. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Renaissance- und Humanismusforschung, die Geschichte Regensburgs und Nürnbergs im Spätmittelalter sowie die Epigraphik.

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